Liebe Leser
Warum wird man beim Rechtsanwalt (i.d.R.) gut behandelt und bekommt sofort einen Termin, als Kassenpatient beim Arzt hingegen oft wie ein Bittsteller behandelt? Weil es sich bei der GKV um eine Mangelverwaltung handelt! Eine Summe Geldes x wird irgendwie verteilt. Mit den gezahlten Beiträgen hat das wenig zu tun, weshalb gesetzlich Versicherte bei gleichen Beiträgen gegenüber Privatpatienten trotzdem (i.d.R.) Patienten zweiter Klasse sind.
Meine Überzeugung ist: Die Gesundheit ist das Wichtigste und kostet das, was sie kostet. Nur wenn dem System die benötigten Gelder zur Verfügung stehen, ist eine moderne Medizin möglich. Der Ökonom sagt: "there is no free lunch". Ich sage: Man kriegt immer nur das, was man bezahlt.
Die FDP schlägt vor:
"Für die Absicherung des Krankheitsrisikos schlägt die FDP einen kompletten Systemwechsel vor: den *privaten Krankenversicherungsschutz mit sozialer Absicherung* für alle. Jeder Bürger ist verpflichtet, einen Mindestumfang an Leistungen, die so genannten Regelleistungen, für den Krankheitsfall abzusichern. Der Verpflichtung sich zu versichern, kann er dabei bei einem Versicherer seiner Wahl nachkommen. Er ist frei darin, seinen Versicherungsschutz so zu gestalten, wie es seinen Bedürfnissen entspricht, also z. B. mit einem hohen oder niedrigen Selbstbehalt, mit unterschiedlichen Selbstbeteiligungen, mit einem sehr umfangreichen Leistungskatalog, mit einer vollständig freien Arztwahl oder der Akzeptanz bestimmter Einschränkungen.
Jeder Bürger hat bei Geburt und beim Versicherungswechsel einen Anspruch darauf, im Umfang der Regelleistungen unabhängig von seinem Gesundheitszustand ohne Risikozuschläge versichert zu werden. Um allen einen bezahlbaren Versicherungsschutz zu gewährleisten, muss jedes Krankenversicherungsunternehmen einen Pauschaltarif mit Kontrahierungszwang anbieten, der weder nach Alter, Geschlecht, Risiko oder sonstigen Kriterien differenziert.
Der soziale Ausgleich erfolgt nicht mehr wie bisher unkoordiniert und mit teilweise ungerechten Auswirkungen in der Gesetzlichen Krankenversicherung, sondern über das an den einheitlichen Kriterien der Leistungsfähigkeit und Bedürftigkeit ausgerichtete Steuer- und Transfersystem. Ein entsprechender Pauschalbetrag als Bestandteil der Grundsicherung sorgt dafür, dass auch Bürger, die nur über geringe oder gar keine finanziellen Mittel verfügen, eine private Krankenversicherung abschließen können.
Auch die Pauschalen für Kinder sowie die Kosten im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschaft werden durch die Steuerzahler finanziert. Wir setzen damit auf ein freiheitliches, privates Versicherungsmodell, das auf den Prinzipien des Wettbewerbs unter Anbietern von Gesundheitsleistungen und Versicherungen und der sozialen Verantwortung beruht. Funktionsfähiger Wettbewerb entsteht durch Wahlfreiheit der Patienten, privatrechtliche Organisation der gesetzlichen Krankenkassen, durch Tariffreiheit und flexible Vertragsstrukturen".
Die Schweiz hat z.B. ein privates Krankenversicherungssystem. (Auch) dort bekommt man eine private Krankenversicherung für ähnliche Beiträge wie in Deutschland, Rechner auf:
http://www.20min.ch/tools/krankenkassev2/krankenkasse.tmpl?8000|1970
Für die meisten Menschen ist eine private Absicherung finanzierbar. Ohne Beitragsbemessungsgrenze könnten und würden sich die meisten Menschen privat versichern. Für die armen Menschen muss sowieso der Staat aufkommen. Insofern ist es gerechter, wenn der Staat für die Krankenversicherung der armen Menschen bezahlt und nicht die Beitragszahler.
Das Gesundheitssystem (Privatarztbehandlung für jeden) würde im Ergebnis wohl etwas teurer werden, da die einzusparenden Bürokratiekosten wohl nicht alles refinanzieren. Letztlich muss sich ein Volk entscheiden, ob es wie in den letzten 30 Jahren weiter über eine Mangelverwaltung im Gesundheitswesen jammern will, oder ob für das Wichtigste im Leben, die Gesundheit, das ausgegeben wird, was es kostet. Die Entscheidung muss freilich getroffen werden. Wenn die Entscheidung gefallen ist, ist ein Wettbewerbssystem meiner Meinung nach auf jedem Gebiet einer Staatsbürokratie überlegen.











